Die ersten Zähne
Zahnen beim Baby: Anzeichen, Hilfe und die richtige Zahnpflege
Der erste Zahn ist ein besonderer Meilenstein. Bei manchen Babys taucht er fast unbemerkt auf, andere sind während des Zahnens deutlich unruhiger, sabbern mehr und möchten auf allem herumkauen, was ihnen in die Finger kommt.
Wann die ersten Zähne erscheinen, ist von Kind zu Kind verschieden. Ebenso unterschiedlich erleben Babys das Zahnen.
Wir erklären dir, wann du ungefähr mit dem ersten Zahn rechnen kannst, welche Anzeichen typisch sind, was deinem Baby beim Zahnen helfen kann und wann die Zahnpflege beginnen sollte.
Wann bekommen Babys ihre ersten Zähne?
Die Milchzähne werden bereits lange vor dem ersten sichtbaren Zahn angelegt.
Bei den meisten Babys zeigen sich die ersten Milchzähne ungefähr im Alter von sechs bis acht Monaten. Das ist allerdings nur eine Orientierung.
Manche Babys bekommen früher einen Zahn, andere deutlich später. Beides kann Teil einer normalen Entwicklung sein.
Welcher Zahn kommt normalerweise zuerst?
Häufig beginnen die beiden mittleren Schneidezähne im Unterkiefer.
Danach folgen meist die oberen Schneidezähne und anschließend die seitlichen Schneidezähne.
Später kommen Milchbackenzähne und Eckzähne hinzu.
Mit ungefähr zweieinhalb Jahren ist das Milchgebiss bei den meisten Kindern vollständig und besteht aus insgesamt 20 Milchzähnen.
Woran erkennt man, dass ein Baby zahnt?
Nicht jedes Baby zeigt beim Zahnen dieselben Reaktionen. Einige typische Veränderungen treten jedoch besonders häufig auf.
- Das Baby sabbert deutlich mehr.
- Es steckt häufiger Hände oder geeignete Gegenstände in den Mund.
- Es möchte vermehrt kauen oder auf etwas herumbeißen.
- Das Zahnfleisch kann gerötet oder etwas geschwollen sein.
- Das Baby kann unruhiger oder anhänglicher sein.
- Manche Babys schlafen vorübergehend unruhiger.
- Die Haut um Mund und Kinn kann durch den ständigen Speichel gereizt werden.
Wie stark diese Anzeichen ausgeprägt sind, ist individuell.
Tut Zahnen immer weh?
Der Zahndurchbruch kann für ein Baby unangenehm sein. Das Zahnfleisch kann spannen, jucken oder empfindlich reagieren.
Wir würden jedoch nicht pauschal davon ausgehen, dass jeder Zahndurchbruch für ein Baby starke Schmerzen bedeutet.
Manche Kinder reagieren deutlich, während bei anderen plötzlich der erste Zahn sichtbar ist, ohne dass vorher größere Beschwerden aufgefallen sind.
Gehört Fieber zum Zahnen?
Während des Zahnens kann bei manchen Babys eine leicht erhöhte Temperatur auftreten.
Hohes Fieber sollte jedoch nicht einfach auf das Zahnen geschoben werden.
Wenn dein Baby deutlich krank wirkt, hohes Fieber entwickelt oder weitere auffällige Beschwerden hinzukommen, sollte nach einer anderen Ursache gesucht werden.
Besonders bei sehr jungen Babys gelten für Fieber ohnehin strengere Vorsichtsregeln.
Verursacht Zahnen Durchfall?
Auch Durchfall sollte nicht als normale Folge des Zahnens betrachtet werden.
Gerade im Alter des ersten Zahndurchbruchs verändert sich vieles gleichzeitig: Babys beginnen häufig mit Beikost, greifen Gegenstände und nehmen vieles in den Mund. Gleichzeitig können natürlich auch Magen-Darm-Infekte auftreten.
Anhaltender oder ausgeprägter Durchfall sollte deshalb nicht einfach mit „Das sind die Zähne“ erklärt werden.
Bei starkem Durchfall, Erbrechen, Trinkschwäche, Fieber oder einem auffällig matten Baby solltest du kinderärztlichen Rat einholen.
Ist das Immunsystem beim Zahnen geschwächt?
Dass das Immunsystem durch den Zahndurchbruch grundsätzlich geschwächt wird, ist keine gute Erklärung für Infekte in dieser Phase.
Dass Zahnen und Infekte zeitlich zusammentreffen, ist trotzdem nicht ungewöhnlich. Babys erkunden ihre Umgebung zunehmend mit Händen und Mund und kommen dadurch mit zahlreichen Erregern in Kontakt.
Deshalb gilt auch hier: Deutliche Krankheitssymptome nicht automatisch dem Zahnen zuschreiben.
Was hilft beim Zahnen?
Zum Glück gibt es einige einfache Möglichkeiten, mit denen Eltern ihr Baby unterstützen können.
Bewährt haben sich vor allem sanfter Druck auf das Zahnfleisch und angenehme Kühlung.
Zahnfleisch sanft massieren
Viele Babys empfinden eine sanfte Massage der Zahnleiste als angenehm.
Wasche dir vorher gründlich die Hände und massiere das Zahnfleisch vorsichtig mit einem sauberen Finger.
Wenn dein Baby die Berührung nicht möchte, solltest du natürlich nicht darauf bestehen.
Gekühlter Beißring
Ein geeigneter Beißring kann dem Baby etwas geben, worauf es kauen und Druck ausüben kann.
Leicht gekühlte Beißringe können zusätzlich angenehm sein.
Der Beißring sollte gekühlt, aber nicht eiskalt sein. Verwende ihn entsprechend der Herstelleranleitung.
Ein feuchter Waschlappen
Auch ein sauberer, feuchter Waschlappen kann für manche Babys angenehm zum Kauen sein.
Wie bei allen Dingen, die ein Baby in den Mund nimmt, sollte es dabei beaufsichtigt werden.
Nähe und Ablenkung
Manchmal hilft genau das, was auch in vielen anderen anstrengenden Babyphasen hilft: Nähe.
Tragen, kuscheln, gemeinsam spielen oder ein Spaziergang können dein Baby beruhigen und von unangenehmen Empfindungen ablenken.
Das beseitigt den Zahndurchbruch natürlich nicht – kann diese Phase aber für Baby und Eltern angenehmer machen.
Was sollte ein Baby zum Kauen bekommen?
Wenn dein Baby gerade alles in den Mund nehmen möchte, solltest du besonders darauf achten, welche Gegenstände dafür geeignet sind.
Eine Beißhilfe sollte ausdrücklich für Alter und Verwendungszweck vorgesehen sein. Sie darf keine kleinen oder leicht ablösbaren Teile besitzen und muss regelmäßig auf Beschädigungen kontrolliert werden.
Nicht jedes Kuscheltier, Kissen oder Babyaccessoire ist automatisch als Beißhilfe geeignet – auch dann nicht, wenn dein Baby gerne darauf herumkauen würde.
Kirschkernkissen sind kein Beißspielzeug
Ein Kirschkernkissen sollte nicht als Gegenstand zum Kauen oder Beißen verwendet werden.
Kirschkerne sind lose Füllbestandteile. Wird eine Naht beschädigt, können sie austreten.
Unser Kirschkernkissen Murmel ist deshalb ein Kirschkernkissen und keine Beißhilfe.
Was ist mit Kräutertee beim Zahnen?
Kräutertee muss nicht auf das Zahnfleisch aufgetragen werden, um ein zahnendes Baby zu unterstützen.
Auch Hausmittel sollten bei Babys nicht allein deshalb angewendet werden, weil sie traditionell beim Zahnen empfohlen werden.
Mit sanfter Zahnfleischmassage, einem geeigneten gekühlten Beißring und ausreichend Flüssigkeit gibt es bereits einfache Möglichkeiten, die gut in den Alltag passen.
Sabbern beim Zahnen: Halstuch als praktischer Helfer
Während des Zahnens kann erstaunlich viel Speichel zusammenkommen.
Dadurch werden Body und Oberteil schnell feucht und auch die Haut an Kinn und Hals kann länger mit Feuchtigkeit in Kontakt bleiben.
Ein saugfähiges Halstuch beziehungsweise Sabbertuch ist deshalb ein ganz einfacher, aber praktischer Begleiter.
Unsere Lotties Baby-Halstücher sind in unterschiedlichen Varianten erhältlich.
Bei entsprechend gekennzeichneten Modellen verwenden wir 100 % Baumwolle aus kontrolliert biologischem Anbau (kbA). Verschiedene Modelle sind zweilagig, bei 60 °C waschbar und werden in Deutschland hergestellt.
Halstuch regelmäßig wechseln
Ist das Sabbertuch deutlich feucht, solltest du es gegen ein trockenes austauschen.
Das verhindert keine Erkältung – Erkältungen werden durch Viren verursacht.
Ein trockenes Tuch ist aber einfach angenehmer und hilft dabei, Kleidung und Haut nicht dauerhaft feucht zu halten.
Gerötete Haut rund um Mund und Kinn
Durch häufigen Speichel und ständiges Abwischen kann die Haut rund um Mund und Kinn gereizt werden.
Versuche, die Haut eher vorsichtig trocken zu tupfen als ständig kräftig darüberzureiben.
Wenn du ein Pflegeprodukt verwendest, sollte es für den vorgesehenen Hautbereich und das Alter des Kindes geeignet sein.
Starke, nässende oder anhaltende Hautveränderungen sollten kinderärztlich abgeklärt werden.
Wunder Po während der Zahnungszeit?
Ein wunder Po wird häufig mit dem Zahnen in Verbindung gebracht. Einen direkten Automatismus „Zahn kommt – Po wird wund“ sollte man daraus aber nicht machen.
Bei gereizter Haut im Windelbereich helfen vor allem die üblichen Maßnahmen: Windel regelmäßig wechseln, Haut vorsichtig reinigen, gut trocknen lassen und bei Bedarf ein geeignetes Pflegeprodukt verwenden.
Wenn gleichzeitig Durchfall besteht, kann die Haut zusätzlich beansprucht werden. Der Durchfall selbst sollte bei stärkerem oder längerem Verlauf abgeklärt werden.
Wann beginnt die Zahnpflege?
Ab dem ersten Zahn.
Sobald der erste Milchzahn sichtbar ist, sollte die regelmäßige Zahnpflege beginnen.
Verwende dafür eine weiche, altersgerechte Zahnbürste.
Damit wird das Zähneputzen von Anfang an ein selbstverständlicher Bestandteil des Tages.
Fluorid ab dem ersten Zahn
Fluorid spielt eine wichtige Rolle bei der Kariesvorbeugung.
Ab dem Zahndurchbruch gibt es für Säuglinge unterschiedliche Möglichkeiten, Fluorid altersgerecht einzusetzen – beispielsweise über fluoridhaltige Kinderzahnpasta oder, abhängig von der bisherigen Versorgung, über Fluoridtabletten.
Wichtig ist, nicht verschiedene Fluoridquellen unkoordiniert miteinander zu kombinieren.
Welche Variante für dein Baby geeignet ist, kannst du mit Kinderärztin, Kinderarzt oder Zahnarztpraxis abstimmen.
Wie viel Zahnpasta braucht ein Baby?
Bei fluoridhaltiger Kinderzahnpasta kommt es besonders auf die richtige Menge an.
Für kleine Kinder werden nur sehr geringe Mengen verwendet. Im ersten Lebensjahr orientiert man sich – abhängig vom gewählten Fluoridkonzept – an einer sehr kleinen, etwa reiskorngroßen Menge.
Die genaue Anwendung sollte zur übrigen Fluoridversorgung des Kindes passen.
Die erste Zahnbürste
Für die ersten Zähnchen sollte eine weiche Zahnbürste verwendet werden, die für das Alter des Kindes geeignet ist.
Bei Lotties findest du auch eine Kinderzahnbürste aus Holz mit naturbelassenem, geöltem Buchenholzgriff.
Für Babys solltest du grundsätzlich darauf achten, dass die gewählte Bürste ausdrücklich für das entsprechende Alter geeignet ist.
Wann sollte ein Baby zum ersten Mal zum Zahnarzt?
Der erste Zahn ist auch ein guter Zeitpunkt, sich mit der zahnärztlichen Vorsorge zu beschäftigen.
Die erste zahnärztliche Früherkennungsuntersuchung ist bereits im ersten Lebensjahr möglich.
So kann dein Kind die Zahnarztpraxis früh kennenlernen und Eltern können Fragen zu Zahnpflege, Fluorid und Ernährung direkt besprechen.
Bernsteinketten beim Zahnen?
Bernsteinketten werden traditionell als Hilfe beim Zahnen angeboten.
Für Babys sind sie jedoch nicht empfehlenswert. Ketten und einzelne Bestandteile können eine Strangulations-, Verletzungs- oder Verschluckungsgefahr darstellen.
Für die Zahnungsphase gibt es mit geeigneten Beißringen und sanfter Zahnfleischmassage einfachere Alternativen.
Wann sollte man mit einem zahnenden Baby zum Kinderarzt?
Zahnen ist keine Krankheit. Deshalb sollten deutliche Krankheitssymptome nicht automatisch mit dem nächsten Zahn erklärt werden.
Kinderärztlichen Rat solltest du insbesondere einholen, wenn dein Baby deutlich krank wirkt, hohes oder anhaltendes Fieber hat, stark oder länger anhaltend unter Durchfall leidet, schlecht trinkt, ungewöhnlich schläfrig beziehungsweise apathisch ist oder andere Beschwerden auftreten, die dir Sorgen machen.
Im Zweifel gilt: Lieber einmal die Ursache abklären, als einen Infekt fälschlicherweise für „nur Zahnen“ zu halten.
Was hilft beim Zahnen? Kurz zusammengefasst
- Zahnfleisch mit sauberen Fingern sanft massieren.
- Geeigneten Beißring leicht kühlen – nicht einfrieren.
- Einen sauberen feuchten Waschlappen zum Kauen anbieten.
- Auf ausreichend Flüssigkeit achten.
- Bei viel Speichel feuchte Sabbertücher regelmäßig wechseln.
- Nur ausdrücklich geeignete Gegenstände zum Beißen anbieten.
- Ab dem ersten Zahn mit der Zahnpflege beginnen.
- Hohes Fieber oder Durchfall nicht einfach dem Zahnen zuschreiben.
Fazit: Zahnen ist ein Entwicklungsschritt – und jedes Baby erlebt ihn anders
Die ersten Milchzähne zeigen sich bei vielen Babys ungefähr zwischen dem sechsten und achten Lebensmonat. Mehr Sabbern, gerötetes Zahnfleisch, ein ausgeprägtes Kaubedürfnis und vorübergehende Unruhe können diese Zeit begleiten.
Sanfte Zahnfleischmassage, ein gekühlter Beißring oder ein feuchter Waschlappen können dabei angenehm sein. Ein praktisches Sabbertuch hält Kleidung bei erhöhtem Speichelfluss trockener.
Und sobald der erste Zahn sichtbar ist, beginnt bereits die Zahnpflege.
Für die Zahnungszeit findest du bei Lotties unter anderem waschbare Baby-Halstücher aus kbA-Baumwolle sowie weitere praktische Begleiter für den Babyalltag.