Neurodermitis - Bekleidung

Kleidung bei Neurodermitis: Worauf bei Babys und Kindern achten?

Neurodermitis kann für Babys, Kinder und Eltern sehr belastend sein. Trockene Haut, entzündete Hautstellen und Juckreiz können dazu führen, dass selbst alltägliche Dinge wie Anziehen, Schlafen oder Spielen unangenehm werden.

Die richtige Kleidung kann Neurodermitis nicht heilen. Sie kann aber dazu beitragen, zusätzliche mechanische Reizung, unnötige Wärme und direkten Hautkontakt beim Kratzen zu reduzieren.

Deshalb lohnt sich bei Neurodermitis ein genauer Blick auf Material, Oberfläche, Schnitt, Nähte, Waschbarkeit und die konkrete Konstruktion des Kleidungsstücks.

Warum spielt Kleidung bei Neurodermitis eine Rolle?

Bei Neurodermitis ist die Hautbarriere gestört. Die Haut verliert leichter Feuchtigkeit und reagiert häufig empfindlicher auf äußere Einflüsse.

Da Kleidung viele Stunden direkt auf der Haut liegt, können Reibung, raue Oberflächen, enge Bündchen, starkes Schwitzen oder ungünstig platzierte Nähte zusätzlich unangenehm sein.

Das bedeutet nicht, dass es ein einziges „richtiges“ Material für jedes Kind gibt.

Vielmehr geht es darum, Kleidung zu wählen, die das eigene Kind angenehm tragen kann.

1. Auf eine möglichst angenehme Stoffoberfläche achten

Raue oder kratzige Textilien können empfindliche Haut mechanisch reizen.

Feine Baumwoll- oder Seidenstoffe werden deshalb bei empfindlicher Haut häufig angenehmer empfunden.

Auch innerhalb derselben Faser gibt es allerdings große Unterschiede.

Ein feiner Baumwollstoff fühlt sich anders an als grober Canvas, Frottee oder ein stark strukturierter Stoff.

Deshalb sollte nicht nur „Baumwolle“ auf dem Etikett stehen – auch die tatsächliche Stoffqualität ist wichtig.

2. Kleidung nicht unnötig eng wählen

Sehr eng anliegende Kleidung erhöht die Reibung auf der Haut und kann Wärme stärker stauen.

Ein ausreichend bequemer Schnitt mit Bewegungsfreiheit kann deshalb angenehmer sein.

Das gilt insbesondere für:

  • Arm- und Beinbeugen,
  • Halsbereich,
  • Bauch und Taille sowie
  • Bereiche mit akut gereizter Haut.

Die Kleidung sollte aber natürlich trotzdem sicher sitzen und nicht unnötig verrutschen.

3. Wärme und starkes Schwitzen vermeiden

Wärme und Schweiß können den Juckreiz bei Neurodermitis verstärken.

Deshalb sollte ein Kind nicht vorsorglich besonders dick angezogen werden.

Mehrere sehr warme Kleidungsschichten sind nicht automatisch besser.

Die Kleidung sollte vielmehr zur tatsächlichen Raum- beziehungsweise Außentemperatur und zur Aktivität des Kindes passen.

4. Nähte, Etiketten und Verschlüsse beachten

Bei sehr empfindlicher Haut können auch kleine konstruktive Details relevant sein.

Ein hartes Etikett, eine ungünstig sitzende Naht oder ein einschneidendes Bündchen kann genau auf einer ohnehin gereizten Hautstelle liegen.

Deshalb lohnt sich beim Kauf ein Blick auf die Innenseite des Kleidungsstücks.

Bei verschiedenen Lotties Textilien werden Etiketten beispielsweise außen angebracht, sodass sie nicht unmittelbar auf der Haut liegen.

5. Mechanischen Kratzschutz berücksichtigen

Juckreiz führt gerade bei kleinen Kindern häufig zu reflexartigem Kratzen.

Dabei können Fingernägel bereits entzündete oder trockene Haut zusätzlich mechanisch beanspruchen.

Für manche Kinder sind deshalb Kleidungsstücke praktisch, die besonders betroffene Körperbereiche bedecken.

Das kann zum Beispiel ein Overall mit langen Ärmeln und Beinen sein.

Kratzschutz für die Nacht

Nachts lässt sich Kratzen noch schwerer bewusst kontrollieren.

Der aktuelle Lotties Dermata Schlafoverall besitzt deshalb angenähte Fäustlinge und Füße.

Die Hände bleiben dadurch textil bedeckt und der direkte Kontakt der Fingernägel mit der Haut wird erschwert.

Das ist ein mechanischer Kratzschutz durch die Konstruktion des Kleidungsstücks.

Was ist Lotties Dermata?

Dermata ist unsere Spezialtextil-Linie für besonders empfindliche beziehungsweise neurodermitische Haut.

Die aktuellen Dermata-Produkte bestehen aus:

  • 98 % Baumwolle aus kontrolliert biologischem Anbau (kbA) und
  • 2 % eingearbeiteten Silberfäden.

Je nach Produkt kommen unterschiedliche Schnitte und konstruktive Details hinzu.

Warum sind Silberfäden im Stoff?

Silber besitzt antibakterielle Eigenschaften und wird deshalb auch in technischen Textilien eingesetzt.

Bei Dermata sind die Silberfäden Bestandteil des Stoffes.

Für das bei Dermata verwendete Silbertextil können wir – sofern der vorhandene Prüfbericht eindeutig das aktuell eingesetzte Gewebe abdeckt – die geprüfte antibakterielle Aktivität des Materials benennen.

Diese Materialeigenschaft sollte allerdings von einer medizinischen Wirkung unterschieden werden.

Antibakteriell bedeutet nicht automatisch juckreizmildernd

Eine antibakterielle Wirkung des Stoffes unter definierten Prüfbedingungen bedeutet nicht automatisch, dass das Kleidungsstück:

  • Juckreiz zuverlässig reduziert,
  • Neurodermitis-Schübe verhindert,
  • Infektionen verhindert,
  • entzündete Haut heilt oder
  • die Hautregeneration beschleunigt.

Das sind klinische beziehungsweise medizinische Wirkungen, für die eine reine Materialprüfung nicht ausreicht.

Was sagt die Forschung zu Silberkleidung bei Neurodermitis?

Zu Silbertextilien bei Neurodermitis gibt es sowohl ältere kleinere Untersuchungen mit positiven Ergebnissen als auch neuere umfangreichere Untersuchungen.

In der ABC-Studie wurden Menschen mit mittelschwerer bis schwerer atopischer Dermatitis über 52 Wochen untersucht.

Verglichen wurden normale therapeutische Kleidung sowie Kleidung mit Silber beziehungsweise Chitosan als antibakterieller Ausstattung.

Die Untersuchung fand keinen zusätzlichen klinischen Nutzen der antibakteriellen Kleidung hinsichtlich Ekzemschwere, berichteter Beschwerden, Kortisonverbrauch oder Besiedelung mit Staphylococcus aureus.

Deshalb würden wir aus den Silberfäden keine garantierte Neurodermitis-Behandlung ableiten.

Was Dermata trotzdem besonders macht

Dermata muss nicht über ein Heilversprechen erklärt werden.

Die Produktlinie besitzt mehrere klar benennbare Merkmale:

  • 98 % kbA-Baumwolle,
  • 2 % eingearbeitete Silberfäden,
  • körperbedeckende Schnitte bei entsprechenden Modellen,
  • angenähte Fäustlinge und Füße beim Schlafoverall,
  • 60 °C Maschinenwäsche,
  • Lufttrocknung und
  • Made in Germany.

Damit verbindet Dermata eine spezielle Materialkonstruktion mit praktischen Details für den Alltag empfindlicher Haut.

Dermata Body für den Alltag

Der Dermata Langarmbody besteht aus 98 % kbA-Baumwolle und 2 % Silberfäden.

Er besitzt einen Kreuzverschluss und nickelfreie Druckknöpfe und wird in Deutschland hergestellt.

Durch die langen Ärmel bleibt ein großer Teil des Oberkörpers und der Arme textil bedeckt.

Dermata Schlafoverall mit angenähten Händen und Füßen

Für die Nacht ist vor allem der Dermata Schlafoverall interessant.

Er verfügt über:

  • lange Ärmel,
  • lange Beine,
  • angenähte Fäustlinge,
  • angenähte Füße,
  • Rundhalsausschnitt und
  • Reißverschluss.

Die Konstruktion deckt den Körper großflächig ab und kann den direkten Kontakt der Fingernägel mit empfindlichen Hautbereichen erschweren.

Das ist gerade nachts ein praktischer Produktvorteil.

Dermata Schlafanzug für größere Kinder

Für größere Kinder gibt es außerdem einen zweiteiligen Dermata Schlafanzug.

Auch er besteht aus 98 % kbA-Baumwolle und 2 % Silberfäden und wird in Deutschland hergestellt.

Der zweiteilige Aufbau kann insbesondere für Kinder praktisch sein, die keinen geschlossenen Overall mehr tragen möchten.

Fäustlinge als gezielter Kratzschutz

Nicht immer wird ein kompletter Overall benötigt.

Unsere Dermata Fäustlinge können die Hände separat bedecken.

Sie bestehen ebenfalls aus 98 % kbA-Baumwolle und 2 % Silberfäden und sind in verschiedenen Größen erhältlich.

Ein Bändchen hält die Fäustlinge am Handgelenk.

Auch 100 % Baumwolle ist eine Option

Nicht jedes Kind mit Neurodermitis benötigt Silbertextilien.

Bei Lotties gibt es deshalb auch einen körperbedeckenden Overall aus 100 % kbA-Baumwolle.

Er besitzt ebenfalls angenähte Hände und Füße und setzt damit auf die mechanische Abdeckung der Haut – ohne Silberfäden.

Baumwolle oder Silbertextil – was ist besser?

Eine allgemeingültige Antwort gibt es nicht.

Der klassische Overall besteht aus 100 % kbA-Baumwolle.

Dermata kombiniert 98 % kbA-Baumwolle mit 2 % Silberfäden.

Beide Varianten können über körperbedeckende Schnitte beziehungsweise integrierte Hand- und Fußbereiche mechanischen Kratzschutz bieten.

Welche Stoffvariante sich angenehmer anfühlt und im individuellen Alltag besser funktioniert, kann von Kind zu Kind unterschiedlich sein.

Synthetik ist nicht automatisch schlecht

Im früheren Beitrag haben wir synthetische Fasern pauschal als problematisch dargestellt.

So lässt sich das nicht verallgemeinern.

Ob ein Stoff angenehm getragen wird, hängt unter anderem von Faser, Garn, Stoffkonstruktion, Oberfläche, Passform und individueller Haut ab.

Bei Neurodermitis sind vor allem raue, scheuernde oder stark wärmende Textilien ungünstig – unabhängig davon, ob die Faser pflanzlichen, tierischen oder synthetischen Ursprungs ist.

Auch Wolle kann problematisch sein

Naturmaterial bedeutet ebenfalls nicht automatisch, dass sich ein Textil für akut empfindliche Haut eignet.

Raue Wollqualitäten können beispielsweise mechanisch reizen und Juckreiz auslösen beziehungsweise verstärken.

Die tatsächliche Oberfläche des Kleidungsstücks ist deshalb wichtiger als die einfache Gegenüberstellung „Naturfaser gut – Kunstfaser schlecht“.

Wie oft sollte Neurodermitis-Kleidung gewaschen werden?

Die Kleidung sollte regelmäßig entsprechend dem tatsächlichen Gebrauch gereinigt werden.

Schweiß, Hautpflegeprodukte und Hautschuppen gelangen unmittelbar in das Textil.

Eine pauschale Regel wie „niedrige Waschtemperatur verursacht Hautreizungen“ ist jedoch nicht sinnvoll.

Entscheidend sind das Pflegeetikett und die hygienischen Anforderungen der jeweiligen Situation.

Dermata ist bei 60 °C waschbar

Die aktuellen Dermata-Artikel können bei 60 °C in der Waschmaschine gewaschen werden.

Anschließend werden sie laut aktueller Pflegeempfehlung an der Luft getrocknet.

Damit lassen sich Body, Schlafanzug, Overall und weitere Dermata-Produkte unkompliziert in eine regelmäßige Waschroutine integrieren.

Waschmittel richtig dosieren

Bei empfindlicher Haut ist nicht automatisch möglichst wenig oder möglichst viel Waschmittel die beste Lösung.

Das Waschmittel sollte nach:

  • Wasserhärte,
  • Beladungsmenge und
  • Verschmutzungsgrad

dosiert werden.

Eine korrekte Dosierung unterstützt ein gutes Waschergebnis und verhindert unnötige Überdosierung.

„Schadstofffrei“ ist kein sinnvoller Pauschalclaim

Auch bei Spezialkleidung würden wir nicht mit „garantiert schadstofffrei“ oder „frei von reizenden Chemikalien“ werben.

Solche absoluten Aussagen lassen sich für ein komplettes Textil kaum sinnvoll belegen.

Viel hilfreicher sind konkrete Angaben:

98 % kbA-Baumwolle, 2 % Silberfäden, nickelfreie Druckknöpfe bei entsprechenden Modellen, 60 °C waschbar und Made in Germany.

Wie sollte Kleidung bei einem akuten Neurodermitis-Schub aussehen?

Bei stark gereizter Haut sollte Kleidung möglichst wenig zusätzliche Reibung verursachen und nicht unnötig eng sitzen.

Starkes Schwitzen sollte ebenfalls möglichst vermieden werden.

Welche Hautpflege und medizinische Behandlung während eines Schubs erforderlich ist, sollte sich nach dem individuellen Behandlungsplan beziehungsweise der ärztlichen Empfehlung richten.

Bei nässenden oder infizierten Hautstellen

Stark entzündete, nässende oder auffällig veränderte Haut sollte medizinisch beurteilt werden.

Dass ein Kleidungsstück Silberfäden enthält, bedeutet nicht, dass eine mögliche Hautinfektion damit behandelt werden kann.

Spezialkleidung ersetzt weder antiseptische noch antibiotische oder entzündungshemmende Behandlungen, wenn diese medizinisch erforderlich sind.

Neurodermitis-Kleidung als Ergänzung zur Therapie

Die Basis einer Neurodermitis-Behandlung besteht aus einer geeigneten Hautpflege und – je nach Schwere und aktuellem Hautzustand – weiterer medizinischer Therapie.

Kleidung hat dabei eine andere Aufgabe.

Sie kann eine praktische textile Ergänzung im Alltag sein.

Genau in dieser Rolle sehen wir auch unsere Dermata-Produkte.

Kann die Krankenkasse Neurodermitis-Kleidung bezahlen?

Je nach Krankenkasse und individueller medizinischer Situation kann eine Kostenbeteiligung beziehungsweise Erstattung spezieller Kleidung möglich sein.

Eine pauschale Kostenübernahme lässt sich daraus jedoch nicht ableiten.

Wer eine Erstattung beantragen möchte, sollte deshalb vor dem Kauf direkt bei der eigenen Krankenkasse nachfragen, welche Voraussetzungen gelten un