Nachhaltige Pflege von Baby- und Kindertextilien
Baby- und Kindertextilien richtig pflegen: 6 Tipps für eine lange Lebensdauer
Baby- und Kinderkleidung wird im Alltag stark beansprucht und entsprechend häufig gewaschen. Mit der richtigen Pflege kannst du dazu beitragen, dass Bodys, Strampler, Shirts und andere Textilien möglichst lange ihre Form und Funktion behalten.
Auch beim Waschen selbst lohnt es sich, genauer hinzusehen. Waschtemperatur, Dosierung, Beladung der Maschine und Trocknung beeinflussen nicht nur die Textilien, sondern auch den Energie- und Waschmittelverbrauch.
Mit diesen sechs Tipps pflegst du Baby- und Kindertextilien möglichst schonend und alltagstauglich.
1. Die passende Waschtemperatur wählen
Nicht jedes Kleidungsstück muss bei 60 °C gewaschen werden. Bei normal verschmutzter Wäsche reichen häufig niedrigere Temperaturen aus – vorausgesetzt, die Pflegekennzeichnung des jeweiligen Textils erlaubt dies.
Eine niedrigere Waschtemperatur benötigt weniger Energie, weil das Wasser weniger stark aufgeheizt werden muss. Gleichzeitig kann eine schonende Pflege dazu beitragen, Fasern, Farben und Passform länger zu erhalten.
Das Umweltbundesamt empfiehlt für leicht und normal verschmutzte Buntwäsche häufig Waschtemperaturen von 20 bis 30 °C und für Weißwäsche in der Regel 40 °C. Für bestimmte Textilien und hygienische Anforderungen können jedoch höhere Temperaturen sinnvoll sein.
Wichtig: Beachte deshalb immer zuerst das Pflegeetikett des jeweiligen Kleidungsstücks.
Wann können 60 °C sinnvoll sein?
Bei Textilien mit erhöhten hygienischen Anforderungen können höhere Waschtemperaturen erforderlich sein. Das kann beispielsweise für bestimmte Handtücher, Bettwäsche oder Stoffwindel-Komponenten gelten.
Bei ansteckenden Erkrankungen im Haushalt können ebenfalls besondere Hygienemaßnahmen notwendig sein. Im Zweifel solltest du dich dabei an medizinische Empfehlungen sowie die Pflegehinweise des jeweiligen Textils halten.
2. Waschmittel passend auswählen und richtig dosieren
Statt Waschmittel pauschal als „umweltfreundlich“ zu bezeichnen, lohnt es sich, auf konkrete Eigenschaften und die richtige Anwendung zu achten.
Besonders wichtig ist die richtige Dosierung. Wie viel Waschmittel benötigt wird, hängt unter anderem von folgenden Faktoren ab:
- Wasserhärte,
- Verschmutzungsgrad,
- Wäschemenge und
- Dosierempfehlung des Waschmittelherstellers.
Mehr Waschmittel führt nicht automatisch zu einem besseren Waschergebnis. Eine unnötig hohe Dosierung erhöht lediglich die Menge der eingesetzten Waschmittelbestandteile.
Bei Lotties findest du verschiedene Wasch- und Pflegeprodukte. Welche Inhaltsstoffe und Eigenschaften ein bestimmtes Produkt besitzt, findest du in der jeweiligen Produktbeschreibung.
Was ist mit Duftstoffen und Weichspüler?
Duftstoffe und andere Bestandteile von Wasch- und Pflegemitteln können nach dem Waschen teilweise an Textilien verbleiben. Gerade bei Kleidung mit direktem Hautkontakt kann es deshalb sinnvoll sein, Wasch- und Pflegeprodukte bewusst auszuwählen.
Auf Weichspüler kann bei vielen Textilien verzichtet werden. Bei saugfähigen Materialien wie Frottee oder Stoffwindeleinlagen kann Weichspüler außerdem die Fähigkeit zur Feuchtigkeitsaufnahme beeinträchtigen.
3. Waschmaschine sinnvoll beladen
Auch die Beladung der Waschmaschine spielt eine Rolle. Eine nur teilweise gefüllte Maschine benötigt pro Kilogramm Wäsche häufig mehr Energie und Wasser als eine sinnvoll ausgelastete Maschine.
Die Trommel sollte allerdings nicht überfüllt werden. Wie stark sie beladen werden darf, hängt vom verwendeten Waschprogramm und von der Textilart ab.
Bei normaler Baumwollwäsche kann die Maschine in der Regel stärker beladen werden als bei Feinwäsche oder Wolle. Beachte dazu die Bedienungsanleitung deiner Waschmaschine.
4. Kleidung möglichst an der Luft trocknen
Wenn es Material, Platz und Wetter zulassen, kannst du Baby- und Kinderkleidung an der Luft trocknen.
Dadurch entfällt der Stromverbrauch eines Trocknerdurchgangs. Gleichzeitig werden viele Textilien beim Lufttrocknen weniger mechanisch und thermisch beansprucht.
Wenn du einen Wäschetrockner verwendest, beachte die Pflegekennzeichnung des jeweiligen Kleidungsstücks und wähle ein geeignetes Programm.
Nicht jedes Material ist für den Trockner geeignet. Das gilt insbesondere für bestimmte Wollprodukte und empfindliche Materialkombinationen.
5. Flecken gezielt behandeln
Gerade bei Babykleidung gehören Flecken zum Alltag. Milch, Brei, Obst, Gras oder andere Verschmutzungen müssen jedoch nicht automatisch mit einer höheren Waschtemperatur behandelt werden.
Oft ist es sinnvoller, einen Fleck möglichst früh und passend zur jeweiligen Fleckenart vorzubehandeln.
Unser Flecklöser kann zur gezielten Vorbehandlung geeigneter Textilien eingesetzt werden. Die genaue Zusammensetzung und Anwendung findest du beim jeweiligen Produkt.
Welche Vorgehensweise sich für unterschiedliche Flecken eignet, zeigen wir außerdem in unserer Fleckenfibel.
Prüfe bei empfindlichen Materialien vor einer Fleckenbehandlung immer die Pflegehinweise und teste ein Produkt gegebenenfalls zunächst an einer unauffälligen Stelle.
6. Kleidung reparieren statt vorschnell ersetzen
Ein kleines Loch, ein loser Knopf oder eine aufgegangene Naht bedeuten nicht automatisch, dass ein Kleidungsstück ersetzt werden muss.
Viele kleinere Schäden lassen sich reparieren:
- kleine Löcher nähen oder flicken,
- lose Nähte schließen,
- fehlende Knöpfe ersetzen oder
- beanspruchte Stellen mit einem geeigneten Flicken verstärken.
Dadurch kann ein Kleidungsstück länger verwendet werden.
Wenn du selbst nicht nähen möchtest oder das passende Werkzeug fehlt, können beispielsweise lokale Reparaturangebote oder Repair-Cafés eine Möglichkeit sein.
7. Kinderkleidung weitergeben und mehrfach nutzen
Babys und Kinder wachsen gerade in den ersten Lebensjahren häufig schneller aus ihrer Kleidung heraus, als die Textilien tatsächlich verschleißen.
Gut erhaltene Kleidung kann deshalb beispielsweise:
- für jüngere Geschwister aufgehoben,
- an Freunde oder Familienmitglieder weitergegeben,
- verkauft oder
- gespendet werden.
Durch die Weiterverwendung verlängert sich die Nutzungsdauer des vorhandenen Kleidungsstücks.
Welche Pflege hilft Kleidung länger zu nutzen?
Für eine möglichst lange Nutzung kommt es weniger auf einen einzelnen Trick als auf das Zusammenspiel verschiedener Faktoren an:
- Pflegeetikett beachten,
- nicht unnötig heiß waschen,
- Waschmittel korrekt dosieren,
- auf unnötigen Weichspüler verzichten,
- geeignete Textilien an der Luft trocknen,
- Flecken gezielt vorbehandeln und
- kleine Schäden möglichst früh reparieren.
Auf diese Weise lassen sich viele Textilien länger im Alltag einsetzen.
Was bedeutet das für den Energieverbrauch beim Waschen?
Ein wesentlicher Teil des Stromverbrauchs einer Waschmaschine entsteht durch das Erwärmen des Wassers. Deshalb benötigt ein Waschgang bei niedrigerer Temperatur in der Regel weniger Energie als ein vergleichbarer Waschgang bei höherer Temperatur.
Du kannst den Energieverbrauch beim Waschen deshalb unter anderem beeinflussen, indem du – soweit Pflegeanforderungen und Hygiene es erlauben – eine niedrigere Temperatur wählst und die Waschmaschine sinnvoll auslastest.
Statt allgemein von „nachhaltigem Waschen“ zu sprechen, lässt sich so konkret benennen, an welcher Stelle Energie eingespart werden kann.
Fazit: Richtig pflegen und Kleidung länger nutzen
Die richtige Pflege kann dazu beitragen, dass Baby- und Kindertextilien länger verwendet werden können.
Eine passende Waschtemperatur, korrekt dosiertes Waschmittel, eine sinnvoll beladene Waschmaschine, Lufttrocknung und frühzeitige Reparaturen sind konkrete Möglichkeiten, den Umgang mit Kleidung bewusster zu gestalten.
Auch das Weitergeben gut erhaltener Kleidungsstücke verlängert deren Nutzungsdauer.
Statt diese Maßnahmen pauschal als „nachhaltig“ oder „umweltfreundlich“ zu bezeichnen, möchten wir ihre konkreten Vorteile benennen: weniger Energie bei niedrigeren Waschtemperaturen, gezielter Waschmitteleinsatz und eine möglichst lange Nutzung vorhandener Kleidung.
Entdecke unsere Wasch- und Pflegeprodukte oder erfahre in unserer Fleckenfibel, wie du unterschiedliche Flecken gezielt behandeln kannst.