Unverpackt, der kleine aber feine Beitrag für eine bessere Welt
Verpackungsmüll vermeiden: Was Familien im Alltag wirklich tun können
Verpackungen begegnen uns jeden Tag: beim Lebensmitteleinkauf, bei Pflegeprodukten, beim Coffee-to-go und natürlich beim Online-Shopping.
Viele Verpackungen erfüllen eine wichtige Aufgabe. Sie schützen Produkte beim Transport, halten Lebensmittel hygienisch und verhindern Beschädigungen. Gleichzeitig lohnt es sich, dort genauer hinzusehen, wo Verpackungen unnötig groß, doppelt oder nur für eine sehr kurze Nutzung gedacht sind.
Im Jahr 2023 fielen in Deutschland insgesamt rund 17,9 Millionen Tonnen Verpackungen an. Allein auf private Endverbraucher entfielen rund 100 Kilogramm pro Person.
Die gute Nachricht: An vielen Stellen lässt sich Verpackungsmaterial ganz praktisch reduzieren – ohne dass der Familienalltag komplizierter werden muss.
Verpackungen vermeiden ist mehr als richtiges Recycling
Mülltrennung und Recycling sind wichtig. Noch besser ist es jedoch, wenn vermeidbarer Abfall gar nicht erst entsteht.
Deshalb lohnt sich diese Reihenfolge:
- Unnötige Verpackung vermeiden.
- Verpackungen und Behälter mehrfach verwenden.
- Notwendige Verpackungen möglichst materialarm gestalten.
- Angefallene Verpackungen richtig trennen und recyceln.
Recycling bleibt wichtig – es ersetzt die Abfallvermeidung aber nicht.
Warum entsteht überhaupt so viel Verpackungsmüll?
Unser Einkaufs- und Konsumverhalten hat sich in den vergangenen Jahrzehnten verändert.
Kleinere Portionsgrößen, Essen und Getränke zum Mitnehmen sowie der wachsende Versandhandel können zusätzlichen Verpackungsbedarf verursachen.
Gerade beim Onlinehandel kommt neben einer möglichen Produktverpackung häufig noch eine zusätzliche Versandverpackung hinzu.
Deshalb ist die Frage nicht nur, aus welchem Material eine Verpackung besteht, sondern auch: Wie viel davon ist tatsächlich notwendig?
1. Unverpackte und verpackungsarme Produkte wählen
Eine einfache Möglichkeit zur Abfallvermeidung besteht darin, unnötige Verpackungen beim Einkauf gar nicht erst mitzunehmen.
Obst und Gemüse lassen sich beispielsweise häufig lose kaufen. Für Brot, Obst oder andere geeignete Waren können wiederverwendbare Beutel oder Behälter verwendet werden, sofern der Händler dies anbietet.
Auch Unverpackt-Läden und Abfüllstationen können eine Möglichkeit sein, Produkte in mitgebrachte oder bereitgestellte Mehrwegbehälter abzufüllen.
2. Mehrweg nutzen, wo es sinnvoll funktioniert
Mehrweg unterscheidet sich von Einweg vor allem durch einen einfachen Punkt: Die Verpackung wird mehrfach für denselben Zweck verwendet.
Typische Beispiele sind Mehrwegflaschen, Mehrwegbecher oder wiederverwendbare Essensbehälter.
Je häufiger eine dafür vorgesehene Mehrwegverpackung tatsächlich wiederverwendet wird, desto mehr Einwegverpackungen können dadurch ersetzt werden.
3. Die eigene Trinkflasche mitnehmen
Eine wiederbefüllbare Trinkflasche ist gerade im Familienalltag eine einfache Mehrweglösung.
Sie kann beim Ausflug, auf dem Spielplatz, im Kindergarten oder in der Schule immer wieder verwendet werden.
Auch eine Brotdose ersetzt bei regelmäßiger Nutzung zahlreiche kurzlebige Einzelverpackungen.
Kinder lernen dadurch gleichzeitig ganz selbstverständlich das Prinzip Wiederverwendung kennen.
4. Große Verpackungen sind nicht automatisch besser
Familien- und Vorratspackungen können bezogen auf die enthaltene Produktmenge weniger Verpackungsmaterial benötigen als viele einzelne Kleinpackungen.
Das ist allerdings nicht automatisch bei jedem Produkt der Fall.
Außerdem bringt eine große Packung wenig, wenn ein Teil des Inhalts später ungenutzt entsorgt wird.
Deshalb gilt: Die Packungsgröße sollte zum tatsächlichen Bedarf der Familie passen.
5. Nicht nur auf „Papier statt Plastik“ schauen
Die Materialfrage allein beantwortet noch nicht, wie sinnvoll eine Verpackung ist.
Papier, Kunststoff, Glas und Metall besitzen jeweils unterschiedliche Eigenschaften und Aufwände bei Herstellung, Transport und Recycling.
Eine sehr große Papierverpackung ist nicht automatisch die bessere Lösung als eine kleine, materialeffiziente Kunststoffverpackung.
Wichtige Fragen sind deshalb:
- Ist die Verpackung überhaupt notwendig?
- Ist sie größer als erforderlich?
- Kann sie mehrfach verwendet werden?
- Besteht sie aus gut trennbaren Materialien?
- Kann sie im vorhandenen Entsorgungssystem recycelt werden?
6. Vorsicht bei aufwendigen Verbundverpackungen
Verpackungen aus mehreren fest miteinander verbundenen Materialien können das Recycling erschweren.
Bei einfacher aufgebauten Verpackungen lassen sich die einzelnen Materialien häufig leichter den entsprechenden Recyclingströmen zuführen.
Deshalb ist eine unkomplizierte Materialkonstruktion oft sinnvoller als eine aufwendig beschichtete oder mehrfach kombinierte Verpackung.
7. Verpackungen mehrfach verwenden
Nicht jede Einwegverpackung muss unmittelbar nach dem Öffnen entsorgt werden.
Ein sauberer Versandkarton kann beispielsweise für eine weitere Sendung oder zum Aufbewahren verwendet werden.
Papier kann als Verpackungs- oder Bastelmaterial weitergenutzt werden.
Entscheidend ist allerdings, dass die Verpackung für die jeweilige weitere Verwendung noch geeignet und ausreichend stabil ist.
Verpackungen beim Online-Shopping
Onlinehandel stellt besondere Anforderungen an Verpackungen: Die bestellte Ware muss den Transport möglichst unbeschädigt überstehen.
Gerade bei Textilien ist allerdings häufig keine massive Polsterung notwendig.
Deshalb sollten Versandkartons möglichst zur tatsächlichen Bestellgröße passen.
Ein kleiner Artikel in einem riesigen Karton mit großen Mengen Füllmaterial verbraucht unnötig Material und benötigt zusätzlich mehr Transportvolumen.
So groß wie nötig, so klein wie möglich
Für Versandverpackungen ist deshalb ein einfaches Prinzip sinnvoll:
Die Verpackung muss das Produkt zuverlässig schützen – sollte aber nicht unnötig größer oder aufwendiger sein.
Passende Kartongrößen können zusätzlich den Bedarf an Füllmaterial verringern.
Werden mehrere Artikel gemeinsam bestellt und gemeinsam versendet, kann häufig ebenfalls Verpackungsmaterial gegenüber mehreren einzelnen Sendungen eingespart werden.
Verpackung bei Lotties
Auch bei unserem eigenen Versand betrachten wir Verpackungen als Teil des Produktwegs.
Unser Ziel ist eine Versandverpackung, die die Ware zuverlässig schützt und gleichzeitig nicht unnötig aufwendig ausfällt.
Wo es die Bestellung erlaubt, können mehrere Produkte gemeinsam versendet und passende Kartongrößen eingesetzt werden.
Aufwendige Einzelverpackungen nur für die Präsentation eines Textilprodukts sind aus unserer Sicht häufig nicht erforderlich.
Warum „plastikfrei“ allein nicht die entscheidende Frage ist
Auch bei Verpackungen möchten wir konkrete Eigenschaften nicht durch ein einziges Schlagwort ersetzen.
Ob eine Verpackung sinnvoll gestaltet ist, hängt nicht allein davon ab, ob Kunststoff vorkommt.
Entscheidend sind unter anderem Materialmenge, Schutzfunktion, Wiederverwendung, Recyclingfähigkeit und Transportaufwand.
Deshalb ist weniger unnötiges Verpackungsmaterial häufig die sinnvollere Zielsetzung als ein pauschaler Wettstreit um einzelne Werkstoffe.
Recyclingkarton und Kartonagen richtig einordnen
Kartons aus Recyclingfasern können den Einsatz bereits vorhandener Papierfasern ermöglichen.
Auch hier gilt jedoch: Selbst ein recyclingfähiger oder aus Recyclingmaterial hergestellter Karton benötigt Material, Energie und Transport.
Deshalb bleibt die passende Verpackungsgröße wichtig.
Material zu reduzieren und vorhandene Verpackungen gegebenenfalls erneut zu nutzen kann zusätzlich sinnvoll sein.
Recycling: richtig trennen hilft
Wenn eine Verpackung nicht mehr verwendet werden kann, sollte sie in den vorgesehenen Sammelweg gegeben werden.
In Deutschland gehören Verpackungen je nach Material beispielsweise in:
- Altpapier,
- Altglas,
- Gelbe Tonne beziehungsweise Gelben Sack oder
- Restmüll, wenn kein geeigneter Recyclingweg besteht.
Die örtlichen Entsorgungsregeln können sich unterscheiden. Im Zweifel lohnt sich deshalb ein Blick auf die Informationen des eigenen Entsorgungsbetriebs.
Verpackungsbestandteile möglichst trennen
Besteht eine Verpackung aus unterschiedlichen Materialien, kann es sinnvoll sein, leicht voneinander trennbare Bestandteile vor der Entsorgung voneinander zu lösen.
Zum Beispiel können Papierbanderole und Kunststoffbehälter getrennt gesammelt werden, wenn beide ohne großen Aufwand voneinander lösbar sind.
Dadurch können Sortieranlagen die einzelnen Materialien besser den vorgesehenen Stoffströmen zuordnen.
Verpackungen müssen Produkte auch schützen
Verpackungsreduktion bedeutet nicht, Produkte vollkommen ungeschützt zu versenden.
Eine beschädigte Ware, die ersetzt und erneut verschickt werden muss, benötigt ebenfalls Ressourcen und zusätzliche Transportwege.
Die richtige Verpackung ist deshalb ein Kompromiss aus Produktschutz und möglichst geringem Materialeinsatz.
Reparieren statt sofort ersetzen
Abfallvermeidung endet nicht bei der Verpackung.
Auch das Produkt selbst kann länger genutzt werden, wenn ein reparierbarer Schaden nicht automatisch zur Entsorgung führt.
Bei Lotties gehören Reparaturleistungen deshalb ebenfalls zum Serviceangebot.
Ob eine Reparatur technisch möglich und sinnvoll ist, hängt vom jeweiligen Produkt und Schaden ab.
Gerade bei hochwertigen Textilien kann sich eine Reparatur jedoch lohnen und die weitere Nutzung ermöglichen.
Kinderkleidung weitergeben
Babys und Kinder wachsen häufig aus Kleidung heraus, lange bevor das Kleidungsstück selbst verbraucht ist.
Gut erhaltene Textilien können deshalb an Geschwister oder Freunde weitergegeben, verkauft oder verschenkt werden.
Auch das ist eine Form der Abfallvermeidung: Ein vorhandenes Produkt wird weiter genutzt, anstatt unmittelbar durch ein neues ersetzt zu werden.
Mehrweg im Babyalltag
Familien begegnen dem Mehrwegprinzip an vielen Stellen.
Waschbare Waschlappen, wiederverwendbare Stilleinlagen und Stoffwindeln können nach der Reinigung erneut eingesetzt werden.
Bei einer Stoffwindel wird nicht nach jedem Wickeln die komplette Windel entsorgt.
Wie groß der Umweltvorteil gegenüber einer Einwegvariante insgesamt ausfällt, hängt allerdings unter anderem von Waschtemperatur, Maschinenbeladung, Trocknung und Nutzungsdauer ab.
Der konkrete Vorteil beim Abfall ist einfacher beschrieben: Durch die Wiederverwendung kann die Anzahl vollständig weggeworfener Windeln deutlich reduziert werden.
Stoffwindeln müssen nicht alles oder nichts sein
Auch hier muss niemand von heute auf morgen vollständig umstellen.
Manche Familien verwenden Stoffwindeln zu Hause und Einwegwindeln unterwegs. Andere nutzen Stoffwindeln nur an bestimmten Tagen.
Jede wiederverwendete Stoffwindel ersetzt in diesem Moment eine vollständig zu entsorgende Einwegwindel.
Mehrweg kann deshalb auch schrittweise in den Familienalltag integriert werden.
Was können Familien beim Einkauf beachten?
Verpackungsmüll zu reduzieren muss nicht bedeuten, jeden Einkauf perfekt zu optimieren.
Einige einfache Fragen reichen häufig aus:
- Brauche ich dieses Produkt wirklich?
- Gibt es eine verpackungsärmere Variante?
- Kann ich Mehrweg statt Einweg wählen?
- Passt die Packungsgröße zu unserem tatsächlichen Verbrauch?
- Kann ich vorhandene Taschen, Beutel oder Behälter wiederverwenden?
- Lässt sich die Verpackung nach Gebrauch sinnvoll trennen?
Regional heißt nicht automatisch verpackungsarm
Regionale Produkte können Vorteile durch kürzere Wege haben. Die Aussage, dass sie automatisch weniger Verpackung benötigen, stimmt jedoch nicht pauschal.
Auch ein regionales Produkt kann aufwendig verpackt sein – und ein weiter entfernt hergestelltes Produkt kann eine sehr effiziente Verpackung besitzen.
Wer Verpackungsmüll reduzieren möchte, sollte deshalb die tatsächliche Verpackung betrachten und nicht allein die Entfernung zum Herstellungsort.
Auch unverpackt ist nicht automatisch die beste Lösung
Bei manchen Waren erfüllt eine Verpackung eine wichtige Schutz- oder Hygienefunktion.
Lebensmittelverluste oder beschädigte Produkte können ebenfalls unnötige Ressourcen verbrauchen.
Deshalb geht es nicht darum, Verpackungen grundsätzlich abzulehnen.
Das Ziel sollte vielmehr sein: unnötige Verpackungen vermeiden und notwendige Verpackungen sinnvoll gestalten.
Was ändert sich beim Verpackungsrecht?
Auch gesetzlich wird der Umgang mit Verpackungen weiterentwickelt.
Seit August 2026 gelten neue europäische Vorgaben für Verpackungen und Verpackungsabfälle. In den kommenden Jahren werden unter anderem Anforderungen an Verpackungsminimierung, Wiederverwendung und Kennzeichnung weiter ausgebaut.
Das Grundprinzip ist auch für Verbraucher leicht nachvollziehbar: Verpackungen sollen nicht größer und materialintensiver sein als für ihren Zweck erforderlich.
Unsere 10 einfachen Tipps gegen unnötigen Verpackungsmüll
- Lose Produkte kaufen, wenn Verpackung nicht erforderlich ist.
- Eigene Taschen und Mehrwegbeutel wiederverwenden.
- Mehrwegflaschen und Mehrwegbehälter nutzen.
- Packungsgrößen passend zum tatsächlichen Bedarf auswählen.
- Unnötige Einzel- und Portionsverpackungen vermeiden.
- Versandkartons wiederverwenden, wenn sie noch stabil sind.
- Bestellungen nach Möglichkeit bündeln.
- Verpackungen nach Materialien trennen.
- Produkte reparieren und länger nutzen, wenn es sinnvoll möglich ist.
- Gut erhaltene Baby- und Kinderprodukte weitergeben.
Vermeiden, wiederverwenden, recyceln
Die einfachste Verpackung ist diejenige, die gar nicht benötigt wird.
Wo Verpackungen notwendig sind, können passende Größen, ein geringer Materialeinsatz und gut trennbare Materialien helfen.
Und wenn eine Verpackung ihren Zweck erfüllt hat, entscheidet die richtige Sammlung darüber, ob Materialien wieder in einen Recyclingkreislauf gelangen können.
Damit besteht Abfallvermeidung nicht aus einer einzigen perfekten Lösung, sondern aus vielen kleinen Entscheidungen entlang des gesamten Produktwegs.
Fazit: Weniger Verpackung beginnt mit konkreten Entscheidungen
Verpackungen erfüllen wichtige Funktionen – aber nicht jede Verpackung und nicht jede Materialmenge ist notwendig.
Mehrweg, passende Packungsgrößen, wiederverwendbare Versandkartons, gebündelte Bestellungen und die richtige Mülltrennung sind konkrete Möglichkeiten, Verpackungsabfälle zu reduzieren.
Bei Lotties gehört dazu auch der Blick über die Verpackung hinaus: Viele unserer Textilprodukte sind für wiederholte Nutzung gedacht, Baby- und Kinderkleidung kann weitergegeben werden und für geeignete Produkte bieten wir Reparaturleistungen an.
Länger nutzen, wiederverwenden und nur so viel Verpackung einsetzen wie tatsächlich benötigt wird – das sind einfache Prinzipien, die sich im Familienalltag praktisch umsetzen lassen.
Entdecke unsere Lotties Baby- und Kindermode sowie unsere wiederverwendbaren Textilprodukte für den Familienalltag.