Vegane Kleidung
Vegane Kleidung: Was bedeutet das eigentlich?
Vegan leben bedeutet für viele Menschen längst mehr als eine bestimmte Ernährungsweise. Auch bei Kleidung, Schuhen und anderen Alltagsprodukten achten Verbraucher darauf, ob Bestandteile tierischen Ursprungs verwendet werden.
Bei Textilien ist das allerdings nicht immer auf den ersten Blick erkennbar.
Baumwolle ist pflanzlichen Ursprungs. Wolle, Seide und Daunen stammen dagegen vom Tier. Hinzu kommen mögliche Details wie Lederbesätze, Hornknöpfe oder andere nichttextile Bestandteile.
In diesem Beitrag erklären wir, was vegane Kleidung auszeichnet, welche Materialien tierischen Ursprungs sind und welche unterschiedlichen Materialien wir bei Lotties einsetzen.
Was ist vegane Kleidung?
Bei veganer Kleidung werden keine Materialien tierischen Ursprungs im fertigen Produkt eingesetzt.
Dazu gehören beispielsweise Wolle, Seide, Leder, Pelz und Daunen.
Auch kleinere Bestandteile können relevant sein – etwa Lederapplikationen oder andere nichttextile Teile tierischen Ursprungs.
Deshalb sollte bei der Bezeichnung eines fertigen Kleidungsstücks als „vegan“ nicht nur der Hauptstoff betrachtet werden.
Welche Materialien sind pflanzlichen Ursprungs?
Zu den klassischen pflanzlichen Textilfasern gehört Baumwolle.
Bei zahlreichen Lotties Baby- und Kindertextilien verwenden wir 100 % Baumwolle aus kontrolliert biologischem Anbau (kbA).
Ein aktueller Lotties Naturbaumwoll-Body besteht beispielsweise aus 100 % kbA-Baumwolle in Feinripp-Qualität, besitzt nickelfreie Druckknöpfe und wird in Deutschland hergestellt.
Die textile Faser dieses Produkts ist damit vollständig pflanzlichen Ursprungs.
Was bedeutet kbA-Baumwolle?
kbA steht für kontrolliert biologischen Anbau.
Die Bezeichnung beschreibt die Herkunft und Erzeugung der Baumwolle. Sie ist nicht gleichbedeutend mit „vegan“ und auch nicht mit „chemiefrei“.
Bei gefärbten Lotties Produkten kann beispielsweise 100 % kbA-Baumwolle verwendet werden und der Stoff gleichzeitig reaktiv gefärbt sein. Bei entsprechenden Modellen geben wir die reaktive Färbung nach IVN-Richtlinien konkret in der Produktbeschreibung an.
Bio und vegan sind zwei unterschiedliche Eigenschaften
Diese Begriffe werden häufig miteinander vermischt.
Vegan beschreibt, dass keine Bestandteile tierischen Ursprungs verwendet werden.
Bio beziehungsweise kbA beschreibt bei Baumwolle dagegen die Art des landwirtschaftlichen Anbaus.
Ein Kleidungsstück kann deshalb vegan sein, ohne aus Bio-Baumwolle zu bestehen. Umgekehrt kann ein Produkt Bio-Materialien enthalten und trotzdem nicht vegan sein – beispielsweise ein Body aus Bio-Wolle und Seide.
Ist vegane Kleidung automatisch nachhaltiger?
Nein. Auch diese Begriffe sollten voneinander getrennt werden.
Ein Textil kann vollkommen ohne tierische Fasern auskommen und trotzdem beispielsweise aus einer synthetischen Kunststofffaser bestehen.
Umgekehrt können Textilien aus tierischen Fasern unter genau definierten Haltungs- und Produktionsbedingungen hergestellt werden.
Die Frage „vegan oder nicht vegan?“ beantwortet deshalb zunächst nur einen bestimmten Aspekt eines Produktes.
Für eine umfassendere Kaufentscheidung können zusätzlich Materialherkunft, Verarbeitung, Nutzung, Pflege und Herstellungsort betrachtet werden.
Ist Kleidung aus 100 % Baumwolle automatisch vegan?
Die Baumwollfaser selbst ist pflanzlichen Ursprungs.
Bei einem fertigen Kleidungsstück können neben dem Hauptstoff jedoch weitere Bestandteile verwendet werden.
Deshalb betrachten wir bei einer ausdrücklichen Vegan-Aussage immer das konkrete Gesamtprodukt – nicht nur die prozentuale Faserangabe des Hauptstoffs.
Die EU-Textilkennzeichnung geht bei tierischen Bestandteilen ebenfalls über die reine Faserzusammensetzung hinaus: Nichttextile Teile tierischen Ursprungs müssen entsprechend gekennzeichnet werden.
Tierische Materialien in Textilien
Auch heute haben verschiedene tierische Naturfasern ganz eigene textile Eigenschaften.
Zu den bei Lotties eingesetzten Materialien gehören je nach Produkt beispielsweise:
- Schurwolle für Wolle-Seide-Bekleidung und Naturwolle,
- Seide für ausgewählte körpernahe Textilien und Stilleinlagen sowie
- Daunen für besonders stark isolierende Innensäcke ausgewählter Schlafsäcke.
Diese Produkte sind selbstverständlich nicht vegan – und genau deshalb geben wir die verwendeten Materialien klar an.
Wolle und Seide bei Lotties
Unsere Wolle-Seide-Bodys bestehen aktuell aus 70 % kbT-Schurwolle und 30 % Seide.
Der Stoff wird in Feinripp-Qualität verarbeitet, die Bodys besitzen nickelfreie Druckknöpfe und werden in Deutschland hergestellt.
Hier entscheidet sich ein Kunde bewusst für tierische Naturfasern und ihre jeweiligen textilen Eigenschaften.
Was bedeutet kbT-Schurwolle?
kbT steht für kontrolliert biologische Tierhaltung.
Für die ökologische Tierhaltung gelten konkrete Anforderungen an Haltung, Fütterung und Tierwohl. Zu den EU-Vorgaben gehören beispielsweise Anforderungen an Bio-Futter, Auslauf beziehungsweise Weidezugang unter den vorgesehenen Bedingungen sowie das Verbot von Wachstumsförderern.
Bei Bioland gelten darüber hinaus eigene Verbandsrichtlinien. Für Schafe und Ziegen werden beispielsweise Laufställe sowie Zugang zu Weideland während der Vegetationsperiode vorgeschrieben.
Das sind konkrete Anforderungen, mit denen sich kbT wesentlich besser erklären lässt als mit pauschalen Aussagen wie „garantiert vollkommen leidfreie Tierhaltung“.
Naturwolle aus kbT-Bioland-Schafschurwolle
Ein besonders ursprüngliches Wollprodukt in unserem Sortiment ist unsere Naturwolle.
Sie besteht aus 100 % kbT-Bioland-Schafschurwolle, wird von Hand sortiert und nur mit Weichwasser gewaschen. Dadurch bleibt ein hoher Anteil des natürlichen Wollfetts Lanolin erhalten.
Auch hier möchten wir nicht aus einem Tierprodukt ein veganes Produkt machen. Wer bewusst Schurwolle verwenden möchte, erhält stattdessen eine klare Information zu Material und Herkunft.
Daunen bei Lotties: Was bedeutet Totrupf?
Bei ausgewählten Lotties Schlafsäcken kann der Frottee-Innensack durch einen stärker isolierenden Daunen-Innensack ersetzt werden.
Unsere aktuellen Produktinformationen nennen hierfür deutsche Qualitätsdaunen aus Totrupf. Das Inlett besteht aus kbA-Baumwolle; der Innensack wird in Deutschland hergestellt.
Totrupf beziehungsweise Schlachtrupf bedeutet, dass die Daunen erst nach der Schlachtung des Tieres gewonnen werden und nicht dem lebenden Tier ausgerupft werden.
Warum wir bei Daunen nicht „garantiert ohne Tierleid“ schreiben würden
Die Angabe „Totrupf“ beschreibt die Art der Daunengewinnung.
Sie bedeutet nicht automatisch, dass damit sämtliche Aspekte der Tierhaltung, Aufzucht und Lieferkette bewertet oder zertifiziert sind.
Deshalb ist die konkrete Aussage stärker: Bei unseren entsprechend gekennzeichneten Innensäcken verwenden wir laut Produktspezifikation deutsche Daunen aus Totrupf.
Wer beim Kauf von Daunen besonderen Wert auf zusätzliche Tierwohl- oder Rückverfolgbarkeitsstandards legt, sollte die dafür vorliegenden Nachweise des konkreten Produktes betrachten.
Was ist mit Lebendrupf?
Beim Lebendrupf werden Federn beziehungsweise Daunen vom lebenden Tier gewonnen.
Beim Totrupf stammen die Daunen dagegen von bereits geschlachteten Tieren und fallen typischerweise als Nebenprodukt an.
Diese Unterscheidung können und sollten Hersteller bei Daunenprodukten transparent machen.
Vegane Kleidung und Tierversuche sind nicht dasselbe Thema
In unserem früheren Beitrag haben wir die Verwendung von Naturfasern und bestimmte Verarbeitungsverfahren unmittelbar mit dem Verzicht auf Tierversuche verbunden.
So einfach ist dieser Zusammenhang nicht.
Die Bezeichnung eines Kleidungsstücks als vegan beschreibt in erster Linie die Bestandteile des Produktes. Sie beantwortet nicht automatisch die Frage, wie sämtliche chemischen Stoffe, die irgendwann innerhalb ihrer gesetzlichen Zulassung geprüft wurden, getestet worden sind.
Im europäischen Chemikalienrecht sollen Tierversuche an Wirbeltieren vermieden werden und sind bei REACH nur als letztes Mittel vorgesehen, wenn die erforderlichen Informationen nicht auf andere Weise gewonnen werden können.
Warum „chemiefrei“ auch bei veganer Kleidung nicht funktioniert
Ein pflanzlicher Rohstoff macht aus einem fertigen Textil kein „chemiefreies“ Produkt.
Baumwolle wird geerntet, gereinigt, versponnen, gestrickt oder gewebt und je nach Produkt gewaschen, gefärbt oder weiter ausgerüstet.
Deshalb beschreiben wir lieber konkret, was bei einem Lotties Produkt eingesetzt wurde: beispielsweise 100 % kbA-Baumwolle, farbig gewachsene Baumwolle oder eine reaktive Färbung nach IVN-Richtlinien.
Farbig gewachsene Baumwolle als besondere Alternative
Bei ausgewählten Lotties Artikeln verwenden wir farbig gewachsene kbA-Baumwolle.
Bei diesen Baumwollsorten ist die charakteristische Braun-, Beige- oder Grünfärbung bereits in der Faser vorhanden.
Das ermöglicht natürliche Farbvarianten, ohne eine ursprünglich weiße Baumwollfaser erst in diesen Grundfarbton einzufärben.
Auch hier bleiben wir bei der konkreten Eigenschaft – statt daraus pauschal „chemiefrei“, „gesund“ oder „umweltfreundlich“ abzuleiten.
Vegan oder tierische Naturfaser: Was ist die bessere Wahl?
Darauf gibt es keine allgemeingültige Antwort.
Wer aus ethischen Gründen grundsätzlich keine tierischen Materialien verwenden möchte, wird sich bei Kleidung entsprechend für pflanzliche oder andere nichttierische Fasern entscheiden.
Andere Familien entscheiden sich bewusst für Wolle, Wolle-Seide oder Daunen und achten dabei auf Herkunft und Produktionsbedingungen.
Für uns ist entscheidend, dass die Materialangaben klar sind und Kunden diese Entscheidung selbst treffen können.
Lotties ist nicht ausschließlich vegan – und das ist transparent erkennbar
Unser Sortiment umfasst unterschiedliche Materialkonzepte.
Viele unserer Textilien bestehen aus pflanzlicher Baumwolle aus kontrolliert biologischem Anbau. Gleichzeitig bieten wir bewusst Produkte aus Wolle, Seide und Daunen an.
Wir möchten deshalb nicht den Eindruck erwecken, dass das gesamte Lotties Sortiment vegan ist.
Stattdessen geben wir beim jeweiligen Produkt an, welche Materialien tatsächlich verarbeitet wurden.
Woran erkenne ich tierische Bestandteile bei Kleidung?
Der erste Blick sollte auf die Materialkennzeichnung gehen.
Typische tierische Textilfasern beziehungsweise Materialien sind beispielsweise Wolle, Schurwolle, Kaschmir, Alpaka, Mohair, Seide und Daunen.
Bei nichttextilen Bestandteilen tierischen Ursprungs schreibt die europäische Textilverordnung zusätzlich den Hinweis „Enthält nichttextile Teile tierischen Ursprungs“ vor.
Was sollte ich beim Kauf veganer Kleidung beachten?
Wenn du gezielt vegan einkaufen möchtest, lohnt es sich, nicht nur auf große Werbebegriffe zu schauen.
Prüfe die konkrete Materialzusammensetzung und gegebenenfalls weitere Produktbestandteile.
Ein transparent beschriebenes Produkt macht diese Entscheidung wesentlich einfacher.
Was sollte Lotties bei der Kennzeichnung als „vegan“ beachten?
Wenn wir ein bestimmtes fertiges Produkt ausdrücklich als vegan kennzeichnen, sollte die Aussage für das gesamte Produkt abgesichert sein.
100 % kbA-Baumwolle beim Hauptstoff ist dafür ein sehr guter Ausgangspunkt. Zusätzlich sollten bei einer ausdrücklichen Vegan-Kennzeichnung aber auch weitere Bestandteile und relevante Verarbeitungskomponenten berücksichtigt werden.
So bleibt „vegan“ eine klare Produkteigenschaft und wird nicht zu einem pauschalen Versprechen für eine ganze Kollektion.
Tierwohl konkret beschreiben
Dasselbe gilt für Produkte tierischen Ursprungs.
Statt allgemein zu versprechen, bei der Herstellung komme „kein Tier zu Schaden“, sind konkrete Angaben wesentlich aussagekräftiger.
Bei Lotties können das beispielsweise sein:
- 70 % kbT-Schurwolle und 30 % Seide bei entsprechenden Wolle-Seide-Produkten,
- 100 % kbT-Bioland-Schafschurwolle bei unserer Naturwolle,
- deutsche Daunen aus Totrupf bei entsprechend gekennzeichneten Daunen-Innensäcken,
- 100 % kbA-Baumwolle bei zahlreichen Baumwollprodukten und
- Made in Germany bei vielen entsprechend gekennzeichneten Artikeln.
Unser Ansatz: Materialien offen benennen
Bei Lotties gibt es nicht nur eine einzige Materialphilosophie für jeden Kunden und jeden Einsatzzweck.
Für viele Baby- und Kindertextilien verwenden wir Baumwolle aus kontrolliert biologischem Anbau.
Daneben nutzen wir beispielsweise kbT-Schurwolle und Seide für ausgewählte körpernahe Kleidung sowie Daunen für entsprechend stark isolierende Schlafsack-Innensäcke.
Für uns ist dabei entscheidend, diese Unterschiede sichtbar zu machen.
Fazit: Vegan ist eine klare Materialentscheidung
Vegane Kleidung verzichtet auf Bestandteile tierischen Ursprungs. Baumwolle ist eine pflanzliche Faser, während Wolle, Seide und Daunen tierischen Ursprungs sind.
Das allein beantwortet jedoch nicht alle Fragen zu einem Textil. Bio-Anbau, Herstellungsort, Verarbeitung, Haltbarkeit und Tierhaltungsstandards sind jeweils eigene Aspekte.
Deshalb finden wir konkrete Angaben hilfreicher als pauschale Schlagwörter.
Bei Lotties kannst du anhand der Produktbeschreibung sehen, welche Materialien wir einsetzen: von 100 % kbA-Baumwolle über Wolle-Seide aus kbT-Schurwolle bis zu Naturwolle aus Bioland-Tierhaltung und Daunen-Innensäcken aus deutscher Produktion.
So kannst du selbst entscheiden, welche Materialien zu deinen persönlichen Vorstellungen und zu eurem Alltag passen.
Entdecke unsere Baby- und Kindermode und informiere dich direkt beim jeweiligen Produkt über Material, Verarbeitung, Pflege und Herstellungsort.